Spermien

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um die Spermienqualität zu beurteilen. Bei der Analyse der Morphologie, steht die Frage was ein « normaler » Spermien ist und welche Verbindung mit der Fruchtbarkeit gibt. Fruchtbare Männer, die eine lebensfähige Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes einleiten könnten, haben einen Anteil an normalen Spermien der sich nicht sehr unterschiedet von unfruchtbaren Männern.

Labors, die Spermtests durchführen können das Labor Handbuch der WHO (1999, 2010), die strikten Kriterien (TF Kruger et al. Fertil.Steril. 46, 1118 (1986)) oder andere Klassifikationen als Referenz brauchen. Die 2010 WHO enthält die modernste Kenntnisse auf dem Gebiet. Deshalb werden wir hier seinen Empfehlungen folgen.

 Definition einer normalen Spermien nach WHO (2010)

Um ein Spermien als normal betrachtet werden zu können, müssen beide Kopf und Flagellum normal sein. Alle Grenzformen sollten als abnormal betrachtet werden. Der Kopf soll glatt, regelmäßig geformt und oval sein. Die Region des Akrosom muss gut definiert sein und 40-70% der Oberfläche des Kopfes abdecken (Menkveld et al. 2001). Das Akrosom Region muss keine großen Vakuole enthalten, und nicht mehr als zwei kleine Vakuolen, die nicht mehr als 20% des Spermienkopfes besetzen sollten. Die postakrosomale Region sollte Vakuolenfrei sein. Das Mittelstück muss dünn, regelmäßig und etwa die gleiche Länge wie das Spermienkopf haben. Die Hauptachse des Mittelstückes muss mit der Hauptachse des Spermienkopfes ausgerichtet sein. Die Zytoplasmaresten werden als eine Anomalie betrachtet nur, wenn im Übermaß, das heißt, wenn sie mehr als ein Drittel der Größe des Spermienkopfes (Mortimer und Menkveld 2001) sind. Die Flagellum hat, um eine einheitliche Größe besitzen über seiner ganzen Länge, das heisst dünner als das Mittelstück und etwa 45 Mikrometer lang (ca. 10 mal die Länge des Kopfes). Die Flagellum kann auf sich selbst gefaltet werden, sofern dass kein Winkel einen Bruch zeigt.

Grösse des Kopfes

Das ideal Kopf ist oval und glatt. Morphometrische Messungen (Länge, Breite, Elliptizität, …) sind abhängig von der verwendeten Färbung (Papanicolaou, Diff-Quick). Hier sind Beispiele für Dimensionen nach Papanicolaou-Färbung von verschiedenen Autoren.

Kofgrösse (µm)
     Katz (1986)   Soler (2003)          WHO (2010)            
Lenge  3.50 – 4.00  4.28 ± 0.50  4.12 ± 0.70
Breite  2.50 – 5.00  2.69 ± 0.31  2.68 ± 0.41

Bibliographie

  1. Katz, D.F., Overstreet, J.W., Samuels, S.J., Niswander, P.W., Bloom, T.D., Lewis, E.L. (1986) Morphometric analysis of spermatozoa in the assessment of human male fertility. Journal of Andrology, 7, 203-212. Kruger, T.F., Franken, D.F. Atlas of Human Sperm Morphology Evaluation. Francis & Talor. A Parthenon Book, ISBN 1842142771
  2. Kruger, T.F., Franken, D.F. Atlas of Human Sperm Morphology Evaluation. Francis & Talor. A Parthenon Book, ISBN 1842142771
  3. Soler, C., De Montserrat, J.J., Gutiérrez, R., Nunez, J., Nunez, M., Sancho, M., Pérez-Sanchez, F., Cooper, T.G. (2003) Use of the Sperm-Class Analyser for objective assessment of human sperm morphology. International Journal of Andrology, 26, 262-270
  4. Faber (2007)
  5. Kruger TF, Menkveld R, Stander FS, Lombard CJ, Van der Merwe JP, van Zyl JA, Smith K. 1986. Sperm morphologic features as a prognostic factor in in vitro fertilization. Fertil Steril 46: 1118-1123.
  6. Menkveld R, Wong WY, Lombard CJ, Wetzels AM, Thomas CM, Merkus HM, Steegers-Theunissen RP. 2001. Semen parameters, including WHO and strict criteria morphology, in a fertile and subfertile population: an effort towards standardization of in-vivo thresholds. Human reproduction 16: 1165-1171.
  7. Mortimer D, Menkveld R. 2001. Sperm morphology assessment–historical perspectives and current opinions. Journal of andrology 22: 192-205.
  8. WHO. 1999, 2010. WHO Laboratory Manual for the Examination of Human Semen and Sperm-Cervical Mucus Interaction. Cambridge: Cambridge University Press.